Die Vorbereitungen für dieses riesige Modell verschlangen unzählige Stunden. Wie schon die beiden ersten Ammoniten, die im vergangenen Jahr erstellt wurden, lag die Planung zunächst wieder bei der Firma Delbrügge. Heinz Delbrügge, vor wenigen Tagen erst nach 16 Jahren aus dem Vorstand des Heimatvereins verabschiedet, hatte das Projekt geleitet. Seine Tochter, Elke Brandt, die nun das Familienunternehmen führt, hatte allein für das Zeichnen und Programmieren der gescannten Daten von dem Original in das Computerprogramm rund 25 Stunden benötigt.

160 Stunden dauerte der Fräsvorgang des PU-Materials, eines Kunststoffs, auf dem CNC-Bearbeitungszentrum. Für andere Arbeiten, wie das Verleimen des Materials oder das Aushöhlen der fertigen Form, um auf eine Wandstärke von zwei Zentimetern zu kommen, wurden weitere 100 Stunden benötigt – eine große Herausforderung bei laufendem Betrieb. Daher musste diese Aktion immer weiter hinausgeschoben werden. Ursprünglich sollte der größte Ammonit schon im Herbst hergestellt werden.

 Aus dieser PU-Vorlage als Positivform stellte Klaus Nieländer von der Firma Humberg, dessen Ehefrau Martina dem Vorstand des Seppenrader Heimatvereins angehört, eine Negativform her. Diese wurde mit einem Quarzsandgemisch, das durch Zugabe von bestimmten Komponenten hart wie Stein wird, gefüllt. Mit einem Kran musste diese Form dann in einem extra dafür gebauten Kasten mit einem Durchmesser von rund 250 Zentimetern umgedreht werden. „Um den laufenden Betriebsablauf nicht zu stören, konnte ich diesen Kasten immer erst nach Feierabend bauen“, sagte Nieländer.

Viele seiner Kollegen packten nach Dienstschluss am Freitag fleißig mit an, die Form nun mit dem Aluguss zu füllen. Eine Aufgabe, die sie in dieser Form und Größe nicht jeden Tag machen. Rund 300 Kilo Aluguss wurden mit einer Gießtemperatur von 720 Grad in die drei Öffnungen gegossen.

„Es hat alles nach Wunsch geklappt“, sagte Nieländer, als er am frühen Montagmorgen den Kasten öffnete. Jetzt müssen in dieser Woche noch der hintere Rahmen gegossen und die beiden Teile verschweißt werden, bevor der Ammonit seine Reise zur Endbehandlung nach Seppenrade antritt.

22. März 2019 Der dritte Ammonit wird gegossen.