Historie:

  1. Jh. Frühester Siedlungsnachweis für den Ortskern Seppenrade

1184 Früheste urkundliche Erwähnung

1895 Fund des größten Ammoniten der Welt

1937 Kreis - Musterdorf

1969 Bundessieger im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" (Golddorf)

1972 Ernennung zum dritten Rosendorf der Bundesrepublik Deutschland

1975 Eingemeindung zu Lüdinghausen

 

 

2015 Seppenrade: Fläche: 61,78 qkm;  Einwohner: ca. 6700; Höhe: 110 m ü. NHN

 

Mien Siäpro


Kenns du dat Düörpken dao buewen up'n Biäg,
Wat so wiet in Tieegend löcht?
Wao up Straoten un Gäßchen un raude Däk
De Kiärktoan wiß  piel de Höcht?

Dao bleiht de Rausen besummers raud,
Dao nest up de Dial no de Schwalwen in Ruh,
Dao holt de Menschken in Naut un Daut
Trü Naoberscopm Guod weet, wu.

De Hauge Taon in Siäpro

 
 
Haolt fast no  an`t Platt un de aolle lärs,
De Holsken klappert no üöwer de Straot.
Tiegen Früemde sind`s waan spe twiärs,
de Lü küert moderspraok.

Dao haolt knorrige Eiken an Hiöfe de Wacht,
Un Wiärm un Lecht gibt Hädfüer no.
Ik denk an düt Düörpken bi Dag un bi Nacht
Et is jao – mien Siäpro.
von Anni Siepe

 

Ammonit


Gefunden: 22. Februar 1895;
Durchmesser: ca. 1,80 m; 
Gewicht: über 3,5 Tonnen; 
Alter: ca. 80 Millionen Jahre

Pachydiscus seppenradensis.. lm Landesmuseum für Naturkunde zu Münster stehen zwei riesige Ammonshörner, die ihre Weiterexistenz an so exponierter Stätte, der natur -und heimatgeschichtlichen Aufgeschlossenheit Seppenrader Bürger verdanken. Vor allem war es wohl der Kaufmann Nopto, der seinerzeit für die umgehende Verständigung der Zoologen sorgte und damit: die Erhaltung der Ammonshörner für die Nachwelt sicherte. Ammonshörner sind die Versteinerungen von Ammoniten. Diese zählen zur Familie der Kopffüßer mit spiralenartig eingerollten Schalengehäusen. Vom Mittelpunkt der Spirale her, waren im Innern durch Zwischenwände verschiedene Kammern voneinander abgetrennt. Diese Kammern waren mit Glas gefüllt, das es den Tieren ermöglichte, im Wasser zu schweben. Die letzte nach außen gekehrte Kammer war der Wohnraum des mit vielen Fang- und Ruderarmen ausgestatteten Meeresbewohners.

Ammoniten belebten unsere Meere. Ihre Lebenszeit in der Zeit des Devon bis in die Oberkreide, liegt etwa zwischen 60 bis 300 Millionen Jahre zurück. Die in Schichten des Devon gefundenen Exemplare weisen Durchmesser von 1 bis 3 cm auf. Durch den Ausleseprozeß über einen Zeitraum von rund 250 Millionen Jahren haben sich immer größere Arten" herangebildet. Die heute in den Weltmeeren vorkommenden Tintenfische sind Verwandte der Ammoniten. Neben anderen, geologischen Hinweisen sind Ammonshörner Nachweise für die frühere Ausdehnung der Weltmeere. Sie veranschaulichen uns, daß auch die heutige Landschaft des Münsterlandes in vorgeschichtlicher Zeit über weite Zeiträume hin Meer gewesen ist.

 

 

 

 

 

 

Ammoniten entstammen der Oberkreidezeit. Die beiden in Seppenrade gefundenen Versteinerungen von Ammoniten entstammen der Oberkreide und sind demnach 60 bis 80 Millionen Jahre alt. Der erste Ammonit wurde 1887 in einem Seppenrader Steinbruch ausgegraben und hat einen Durchmesser von 1,30 m. Er ist mit diesem Maß im Vergleich zu anderen Funden sicher als riesenhaft zu bezeichnen. Am 22. Februar 1895 wurde in dem gleichen Steinbruch ein weiterer Riesenammonit entdeckt. Mit einem Durchmesser von 1,80 m ist er der größte der in annähernd gleicher Vollständigkeit bisher bekannt gewordenen Funde von Ammonshörnern. Professor Landois, Münster, taufte den Ammoniten „Pachydiscus seppenradensis“. Das Gewicht dieses gewaltigen Zeugen von dem Leben in prähistorischer Zeit unserer Heimat beträgt 3.500 kg. Beim Bergen des Ammoniten war dieser in sechs Stücke zerbrochen. Er mußte in Münster vor seiner Aufstellung im Landesmuseum wieder zusammengekittet werden. Der äußerste Gehäuseteil, die Wohnkammer, war nicht mehr erhalten, so daß seine ursprüngliche Größe von 2,55 m durch Berechnungen ermittelt werden mußte. 

Der Seppenrader Abguss. Neben verschiedenen wissenschaftlichen Instituten erhielt auch Seppenrade einen Abguß seines Ammoniten. Er wurde vor dem Gebäude der Spar- und Darlehnskasse in Seppenrade inmitten einer gepflegten gärtnerischen Anlage aufgestellt und mit einer Gedenktafel versehen. Inzwischen ist; er zu einem Wahrzeichen aufgeschlossenen Bürgersinns der Bewohner von Seppenrade geworden.

 

 

 

 

 


Rosendorf Seppenrade.
Die Idee, „Rosendörfer“ zu schaffen, stammt von Oskar Scheerer, dem früheren Präsidenten des „Verein Deutscher Rosenfreunde“, und wurde 1965 von ihm auf dem Rosenkongreß in Baden-Baden vorgetragen. Sie fand sofort die Zustimmung der Kongreßteilnehmer. Dörfer aus dem Kreis des Wettbewerbs „UnserDorf soll schöner werden“ sollten für die Auswahl qualifiziert sein, um die Liebe zu den Rosen im weiten dörflichen Bereich zu wecken und zu fördern.  Bisher gab es erst; zwei anerkannte Rosendörfer des „Verein Deutscher Rosenfreunde, Schmitshausen über Zweibrücken und Nöggenschwiel im Schwarzwald. Seppenrade wollte das dritte Rosendorf werden.



 

Die Planung:
Das Gemeindeparlament und der Heimatverein griffen deshalb diese ldee auf, und es kam zu dem Beschluß, einen Rosengarten mit Parkplatz anzulegen. Bereits bei den Vorbereitungen zum Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ berücksichtigten die Seppenrader dieses Fernziel und pflanzten Rosen in gemeindlichen Anlagen und auch in privaten Gärten. In der Folge wurde Kontakt mit dem „Verein Deutscher Rosenfreunde“ aufgenommen, dessen Präsident, Gartenbaudirektor Walter Rieger im September 1969 nach Seppenrade kam. Er war von Seppenrade und der Idee des Rosengartens begeistert. Dann ging es an die gemeinsame Arbeit.

 

Die Entstehung:
Durch Dia-Vorträge wurden alle Interessenten informiert; es wurde Verständnis geweckt und Sachkenntnis vermittelt. Kreisplaner Dr. Krumme» übernahm die Planung. Heimatverein, Bürgerschaft, Gemeinde und Amtsverwaltung brachten ansehnliche Geldbeträge auf. Einheimische und auswärtige Unternehmen, neben dem Heimatverein der Karnevalsverein, der Spielmannszug, die Feuerwehr und die Kegelclubs halfen durch Spenden und Arbeitsleistung. Durch die Patenschaft Seppenrades über die Bundeswehreinheit Feldartillerie Batterie 2/71, Dülmen, St. Barbara-Kaserne, halfen auch Soldaten der Bundeswehr. Diese Arbeiten wurden durch Spenden von Pflanzen und Blumen einheimischer Baumschulen unterstützt;. Namhafte Rosenschulen halfen durch Lieferung von Rosenpflanzen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe stiftete Bäume und Sträucher für die äußere Bepflanzung.
Viele weitere Einzel- und Gemeinschaftsinitiativen praktischer und finanzieller Art; rundeten das Bild der Zusammenarbeit ab. Nur so konnte die kleine Gemeinde Seppenrade dieses für sie gewaltige» Werk in der kurzen Zeit von zweieinhalb Jahren vollenden.