„Dieses Geschichtsheft könnte Anlass sein, verstärkt Familienforschung in Seppenrade zu betreiben“, waren sich die Mitglieder der Archivgruppe des Heimatvereins und des Redaktionsteams „Ammonit und Glocke“ einig, als Stadtarchivarin Liane Schmitz das Sonderheft „Status animarum von Seppenrade aus dem Jahre 1708“ vorstellte. Der Münsteraner Genealoge (Familienforscher) und Historiker Norbert Henkelmann hat sich mit der 50-seitigen Handschrift, die sich im Bistumsarchiv befindet, beschäftigt. Und der Heimatverein hat dieses Buch herausgegeben.

Darin sind alle Mitglieder aus 291 Familien im Jahre 1708 aus dem Dorf und den Bauerschaften aufgeführt, die die Sakramente der Kommunion und Konfirmation empfangen oder am Religionsunterricht teilgenommen haben. Der damalige Pfarrer Ludolph Vagedes hatte dieses „Seelenregister“ erstellt. Ältere Kirchbücher der Pfarrei Seppenrade waren verloren gegangen.

Bereits 1614 hatte Papst Paul V. bestimmt, dass in den Pfarreien Bücher mit Tauf- und Trauungsregistern sowie Firmlings-und Totenregistern angelegt werden sollen. 1749 forderte der Bischof aus Münster die rund 200 Kirchspiele seines Hochstifts nochmals dazu auf, ein Verzeichnis ihrer Pfarrkinder zu erstellen, mit mäßigem Erfolg. Es wurde moralischer Druck ausgeübt. Viele Bürger fürchteten, dass diese Verzeichnisse von der staatlichen Verwaltung für steuerliche oder militärische Zwecke missbraucht werden könnten. Alle damals eingesandten Register sind in vier Handschriften gebunden, die heute im Bistumsarchiv bewahrt werden.

Volker Höring, Hobbyhistoriker aus Seppenrade, hat zudem viele interessante Zahlen und Fakten dem Anhang beigefügt. So hat Pfarrer Vagedes zum Beispiel aufgeführt, dass 1708 in seiner Pfarre 1691 Bürger mittlere Kenntnisse im Religionsunterricht hatten und 1523 fortgeschrittene Kenntnisse, oder wie viele Verheiratete oder Witwen in den Bauerschaften vor über 300 Jahren lebten.  mib-westfälische Nachrichten

29. November: „Status animarum von Seppenrade aus dem Jahre 1708“
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